PC Games November Ausgabe 1992/11
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PC Games November Ausgabe 1992/11

September 12, 2019


Hallo, ich bin Jurik von PlayersGarden und möchte euch heute die PC Games von November 1992 vorstellen. Das ist die zweite Ausgabe der größten PC Spielezeitschrift im deutschen Markt und gehört zum Computec Verlag. Gründungschefredakteur Christian Müller, der lange Zeit für den Computec Verlag gearbeitet hat, geht in seinem Vorwort auf ein paar interessante Punkte ein. Zum einen sind schon damals 25 neue PC Spiele pro Monat auf dem Markt erschienen jedoch waren Spieltitel sowie Erscheinungstermine genauso ungewiss wie heutzutage. Ich sag nur: Duke Nukem Und wie es für die frühe Zeit der PC Games üblich war hat man versucht die Welt ein Stückchen besser zu machen. Der geneigten Leser wird von Christian animiert Spiele doch mal ohne Cheats und Komplettlösungen zu bewältigen. Auf der linken Seite sieht man ein schönes Beispiel für Spielewerbung der damaligen Zeit – sogar mit Adressen von Distributoren für den Fachhandel. Das zeigt dass sich damals der Vertrieb von PC-Spielen erst entwickelt hat. Da ich nicht auf alle Artikel eingehen werde habe ich ein paar Links gesetzt, damit ihr euch in Ruhe das durchlesen könnt, was euch am Meisten interessiert. Außerdem sollte in der Videobeschreibung neben all den informativen Links auch noch der Link zum PDF dieser Ausgabe stehen. Das ist jedoch über 300MB groß, da ich so schlau war und es mit 300 dpi eingescannt habe. Der neue TBird! Wahnsinn! Nun ja – mein erster PC war ein 486 DX2 und der hatte satte 66Mhz. Aber dafür noch kein CD-ROM Laufwerk. ECTS steht für European Computer Trade Show und war das Gegenstück zur E3 von ’89 bis 2004. Die Fachmesse diente nicht nur zur Präsentation von Spielen für die Spieler, sondern galt auch als Austauschpunkt für Entwicklerteams untereinander. So hat man dort auch Kooperationspartner gefunden. Neben Präsentationen für Spiele – wie hier zum Beispiel ein Autospiel mit realistischen Fahrgefühl – waren auf der Messe auch Programmierer. Ja genau – Menschen die diese Spiele entwickeln und nicht nur die Marketingabteilung samt Hostessen, wie es heutzutage auf den Messen üblich ist. Irgendwie liest sich der Text zum Printshop Delux wie eine gut platzierte Produktinformation. Oder was meint ihr? Von irgendwas müssen die Mitarbeiter bezahlt werden. Hier nun eine Unternehmensvorstellung: BlueByte! Was waren das für Zeiten, als deutsche Spieleunternehmen noch international mithalten konnten. Neben Battle Isle und Siedler 1 gab es noch andere erfolgreiche Spiele in den 90ern aus Mühlheim. Schade, dass Deutschland nun nur noch ein Spiele- Ödland voller stumpfer Browsergamestudios ist. Das Spiel des Monats – einer meiner Lieblingsartikel auf die ich mich jeden Monat besonders gefreut habe. Zwar habe ich dieses Sherlock Holmes Spiel nie gespielt jedoch weiß ich, dass es damals sehr gute Grafik und sogar Sprachausgabe hatte – also synchronisierte Passagen im Spiel! Das war schon echt etwas Besonderes! Man kann es sich jetzt kostenlos bei Abandonia.com herunterladen. In der Videobeschreibung ist auch ein Link dahin enthalten. Nach der Bewertung des Spiel des Monats fragt man sich natürlich wie sich diese Punktzahl zusammensetzt. Und da Transparenz gut ist, hat sich die PC Games Redaktion gedacht: Hey, sagen wir unseren lieben Lesern doch einfach, wie wir bewerten! Ich finde das super – schaut euch mal an, was damals wichtig war. Fragen wie “Wird EMS Speicher benötigt” oder “Welche Soundkarte wird unterstützt?” haben uns Spieler damals beschäftigt – das ist nun dank vieler Standards nicht mehr notwendig. Origin! Euch kommt der Name eventuell bekannt vor denn EA hat die Namensrechte vor einigen Jahren gekauft und daraus einen Steam-ähnlichen Service aufgebaut. Jedoch war das früher eines der besten Spieleunternehmen auf unserem Planeten. Angeführt wurde es von Lord British, aka Richard Garriott. Dieser spieleentwickelnde weltraumreisende Millionärsexzentriker lebt in einer Burg mit Geheimgängen und Ritterrüstungen und hat damals eine der besten Rollenspielserien produziert. Die Ultima-Reihe. Legend of Kyrandia – ein reinrassiges Adventurespiel. Heutzutage gibt es nur noch wenige dieser Art. Wo früher Monkey Island, Sam & Max und Day of Tentacle in aller Haus gespielt wurde, kommen nun nur noch wenige Titel dieses Genres heraus. Aus letzter Zeit ist mir nur noch Book of Unwritten Tales bekannt – meine Frau hat beim Spielen Tränen gelacht. Von dieser Adventure-Serie kenne ich nur den dritten Teil. Der hat mir Spaß gemacht – obwohl er sehr hart war. Und wenn ich hart sage, dann kann man das wirklich zu fast allen Spielen von damals sagen. Sie waren einfach schwerer als die heutigen Mainstream-Games. Das Magazin-Cover ziert es, eine Demo gab es per Diskette dazu – Goblins! Ein weiteres Adventure Highlight der damaligen Zeit. Witzig, bunt, chaotisch und unvergänglich – ein Klassiker, den man jetzt noch spielen kann. In jedem gut geführten Online-DOS-Spiele-Shop gibt es ihn für wenig Geld zu kaufen. Ich bin grad echt am Überlegen, ob ich mir die Packung Goblins nach der Aufnahme hier gebe. Wem das bis jetzt noch nicht ganz bewusst ist – wir sind gerade im Jahre 1992. Da gab es noch kein Internet für Jedermann und somit musste man auf Tips & Tricks der PC-Games bauen. Wenn du also nicht weiter kamst, keine coolen Kumpels hattest, die nächtelang vor ihren PC saßen und PC Spiele gespielt haben, dann war das der einzige Weg weiter zu kommen. Diese Abhängigkeit zu PC Games war schon wirklich erschreckend! Und ich hab keine Ahnung, wer sich da in der Zeitung Notizen gemacht hat *räusper* Duelle im Netz – dieser Artikel behandelt das Thema Netzwerkspiele und damit ist wirklich das lokale LAN gemeint. Zwar konnte man ’92 auch schon mit einem Modem spielen – aber das war für den deutschen Markt schon etwas Besonderes und nicht wirklich üblich. Das kam erst gegen ’95 und mit AOL – einem Internetdienstanbieter – an den Start. Da hab ich dann auch schon als 14 Jähriger 400 DM Telefonrechnungen gehabt… meine armen Eltern. Die Soundkarte – damals musste man sich noch extra Soundkarten in den PC einbauen. Auf dem Motherboard gab es sie auf jeden Fall nicht. Und Standard waren sie auch noch nicht – das kam erst mit den Jahren – echt abgefahren. Und der junge Herr mit dem Zopf ist ein Pionier der deutschen Spiele-Musik: Roger Goede. Ich hatte erst vor Kurzem Kontakt mit ihm und erfahren dass er jetzt als Musiker inklusive Gesang sein Geld verdient. So schaut er übrigens heute aus. In der Videobeschreibung findet ihr einen Link zu seiner Website. Oh man! Die Leserbriefe – immer wieder ein Highlight in der PC Games! Das solltet ihr euch auf jeden Fall mal durchlesen – gibt Einiges zum Lachen! Ein kleiner Auszug: “Der CD wird ohne Zweifel die Zukunft gehören! Auch die meisten Softwareschmieden werden auf CD produzieren. Brauchen sie doch keine Angst mehr vor den bösen, bösen Raubkopierern haben. Wer opfert schon eine komplette Festplatte für die Kopie eines Spiels?” Muahahaha!!! Lest sie euch durch – echt super! Und hier kommen wir zu den aktuellen Charts des Novembers ’92. Auf Platz 1: Der Patrizier – man habe ich dieses Spiel gesuchtet – dank des Kopierschutzes kannte ich alle Hanse-Flaggen auswendig! O M G!!! Platz 2 Monkey Island II – traumhaft! Platz 3 Indianer Jones IV – wohoo! Ein super Adventure! Platz 4 Das Schwarze Auge – auch ein super Rollenspiel made in Germany! Ich sag es ja. Damals kamen die coolen Spiele auch aus Deutschland. Platz 5 Airbus A320 Platz 6 Civilization von Sid Meier. Kennt bestimmt schon jeder. Davon gibt es blablabla Ableger… Platz 7 Wing Commander II – echt cooler Weltraumshooter mit Filmzwischensequenzen! Absolut abgefahren. Platz 8 Bundesliga Manager Professional – das ist nur in Deutschland möglich! Also diese Managerspiele jedenfalls. Platz 9 Falcon 3.0 und die süßen Lemminge auf Platz 10. Diese Liste zeigt uns, dass damals weder Shooter, noch Echtzeitstrategiespiele oder MMORPGs auf den Top Rankings lagen. Das liegt z.T. natürlich daran, dass es sie noch nicht gab bzw. Rollenspiele, Wirtschaftssimulationen und Adventures den deutschen Spielemarkt dominiert haben. Als Nächstes kommen wir in den Bereich Preview. Hier wurden Spiele von der Redaktion vorgestellt, die sie selbst aber noch nicht testen konnten. Lust auf mehr Informationen in kommenden Zeitschriften haben diese Artikel auf jeden Fall gemacht! Ich habe keine Ahnung wie die Spielemagazine heute aufgebaut sind. Aber für mich war die letzte Seite mit der Vorschau immer super interessant. Die habe ich mir immer bis zum Schluss aufgehoben und gehofft, dass ein für mich interessantes Spiel dort angeteasert wird. Ich hoffe, dass euch dieses Video gefallen hat. Wenn ja, dann würde ich mich über ein Daumen hoch freuen! Meine Motivation ein weiteres Video zur nächsten PC Games wird wohl von dieser Anzahl abhängig sein. Und wenn ihr Anregungen, Fragen oder Kritik habt – haut einfach ein Kommentar unter das Video und ich werde bestimmt antworten. Vielen Dank fürs Zuschauen, euer Jurik von PlayersGarden!

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  1. sehr sehr geiles Video von dir 😊
    deinen style Feier ich richtig hart mach weiter so ☺
    wenn magst kannst ja bei mir auch mal vorbei schauen:) (keine Pflicht :D)

  2. Ein wirklich interessanter Einblick in die damalige Spieleindustrie und die dazugehörige Presse. Gute Idee von dir nicht das gesamte Heft durchzugehen, sondern auszugsweise zu arbeiten. Auch möchte ich die ausführlichen und daher praktischen Timecodes in der Beschreibung loben. Dazu ein paar nette Anekdoten wie die zu Patriziers Kopierschutz oder dem großartigen Leserbrief rundet die ganze Sache ab. Insgesamt hat es mir also gefallen.

    Woran du in Zukunft noch arbeiten könntest wäre eine etwas lebendigere Erzählweise. Das kommt dann durch die Übung wenn du öfter sowas hier machen solltest. Damit meine ich nicht die Art der überdrehten Flitzpiepen die wir viel zu viel auf youtube haben, im Gegenteil ich finde deine ruhige Art sehr angenehm, sondern eher ein bewussteres Betonen von Satzteilen die für dich im Kontext wichtig sind.
    Außerdem fänd ich es super wenn du dir noch was für die schwarzen Ränder links und rechts überlegst. Vielleicht fällt dir da noch was ein.

    Übrigens: Point'n Click Adventures sind schon längst wieder voll da.

  3. Ich habe neulich angefangen meine Spielesammlung zu katalogisieren und dabei verschiedenste Zusatzinformationen mit einzutragen, wie zum Beispiel ursprüngliches Veröffentlichsdatum (weltweite Ersterscheinung), da ich so auf einen Blick Spiele nach Jahren und Jahrzehnten anzeigen kann, bzw. die Spiele aus einer Serie auf einen Blick chronologisch sortieren kann. Mir ist aufgefallen, dass man jedoch leider recht schnell an seine Grenzen stößt was Google, Wikipedia, IGN und Co. angeht.
    Meine Idee war also zu versuchen mit Scans von alten Magazinen solche Infos nachzuschauen, jedoch ist das eher ein langfristiges Projekt. (noch eine Problematik wäre: woher weiß ich, dass das genannte Datum in einem Magazin das tatsächliche ist und das Spiel nicht aufgeschoben wurde? Für Ideen bin ich dankbar 🙂 )

    Kurzum: Ein toller Ansatz diese manchmal für hinfällig geglaubten Magazine näher zu beleuchten.
    Nicht nur der nostalgische Wert macht sie zu etwas wertvollem.

  4. Ich mochte auch imemr die letzte Seite, eben weil ich dann wusste ob ich mir das Magazin hole weil n cooles Spiel beliegt was ich mir damals als kleiner Bub' nicht kaufen konnt, oder wenn irgendein toller Bericht/Spiel auf mich wartete der interessant klang 🙂

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